Ulrich Hub: Füchse lügen nicht

Mit einem Geschenk meiner lieben Freundin an die Kinder hat alles angefangen. Damals kam Ulrich Hub mit An der Arche um Acht in unser Kinderzimmer. Schon die Geschichte der Pinguine, die sich ständig streiten und gerade noch so auf die Arche Noah gerufen werden, hat bei uns zu Hause voll eingeschlagen. Der Humor des Erzählers ist ein ganz besonderer. Doch nicht nur das. Auch die Auseinandersetzung mit wichtigen Kinderfragen, zum Beispiel, ob es Gott gibt, oder wie man mit Wut umgeht, wenn sie einen überrennt, kann der Autor glänzend verpacken und mit Kinderaugen betrachten.

Jetzt haben wir Füchse lügen nicht gelesen und sind wieder hin und weg. Hier dreht sich alles – wie der Titel schon widerspiegelt – um die Frage, ob man lügen darf oder nicht und ob Tiere auch lügen können.

Die Protagonisten: Ein Affe, ein Pandabär, ein Tiger, eine Gans, zwei Schafe und ein Hund. Das Setting: Ein Flughafen, an dem es verdächtig still ist. Die Story: Die Tiere warten in der Animal Lounge auf ihren Flug. Aber irgendwie passiert nichts und sie fragen sich langsam, was denn los ist. Da tritt mit einem Donnerknall der Fuchs von hinten in ihr Dasein und schon wird es turbulent!

Die Geschichte ist vor allem eines: Super witzig! Die Charaktere sind auch hier wieder sehr fantasievoll angelegt: Da ist der Tiger, der als berühmte Diva mit 20-teiligem Kofferset anreist, aber eine echte Memme ist. Die Gans ist furchtbar aufgeregt auf Reisen und schnattert die ganze Zeit. Sie schaut alle 5 Minuten, ob sie alles noch in ihrer (krokodilledernen) Tasche hat. Der Affe, ein monochromer Zeitgenosse, versucht, sich davon nicht verrückt machen zu lassen und wirft die eine oder andere Tablette ein. Den beiden Schafen, die völlig gleich aussehen, ist das alles zu popelig, weil sie ja auch viel zu intelligent für Stress sind. Der dicke Wabbel-Pandabär verschläft eigentlich die ganze Aufregung, während der Hund an einen klassischen Polizeihund erinnert, wenn er streng schaut und darauf achtet, dass am Flughafen keiner aus der Reihe tanzt.

Der Fuchs holt einmal tief Luft und – erstarrt. „Was stinkt hier so?“ Die Neonröhren flackern nervös, die Lüftungsanlage scheint die Luft anzuhalten und der Gummibaum in der Ecke verliert ein Blatt, das mit leisem Knistern auf den Kachelboden sinkt. „Riechen Sie das nicht?“, jammert der Fuchs. „Schluss mit den albernen Ablenkungsmanövern.“ Der Hund lacht bissig. „An der Luft in der Animal Lounge gibt es nicht das Geringste auszusetzen. Hier riecht es so frisch und rein wie in den Schweizer Bergen.“ Erst jetzt merkt er, dass alle Tiere mit grünen Gesichtern an der Wand lehnen… (Zitat)

Mit dieser Geschichte haben wir uns tatsächlich gekringelt vor Lachen. Wir sind zusammengezuckt und haben gerätselt. Der Fuchs ist so glänzend zwielichtig, dass auch ich nicht wusste, ob er nun unter seinem Stigma zu leiden hat, oder einfach ein ziemlich cleveres Kerlchen ist. Schon in seinem Vorwort erklärt er, dass Tiere natürlich lügen können und welche Technik das gute Lügen verlangt. Doch er gibt sein Ehrenwort darauf, dass er noch nie gelogen hat.

Also lasst euch mitreißen, mit dieser Geschichte um gestohlene Reisepässe und dem seltsam verlassenen Flughafen mit den 8 lustigen Gesellen!

Ich empfehle das Buch für Kinder ab 6 Jahren.

2 Kommentare zu „Ulrich Hub: Füchse lügen nicht

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  1. Hallo Chrissi liest,
    vielen Dank für die Vorstellung, sie macht Lust auf mehr. Ich hoffe, die Gelegenheit zu bekommen, aus dem Buch irgendwann auch einmal vorzulesen und mitzufiebern.

    Ich hoffe, wir Menschen sind nicht auch monochrome Affen…. sondern wieder zu Farbklecksen bereit!

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    1. Hallo Jürgen,
      gerade habe ich es verliehen, doch anschließend kann ich es dir gern ausleihen. In jedem Fall haben nicht nur die Tiere in der Geschichte, sondern auch wir etwas zu gewinnen beim Lesen. 😉

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